Tarotkarten – Gerechtigkeit
Auch die Gerechtigkeit sitzt, wie der Hohepriester, zwischen zwei
grauen Säulen. Hinter dem Vorhang kann man viel Licht erkennen. Man kann nicht
mit Gewissheit sagen, ob es sich bei der Gerechtigkeit um einen Mann oder eine
Frau handelt. Die Hände erinnern in ihrer Haltung an den Magier. In der rechten
hält der Mensch das zweischneidige Schwert der Entscheidung und der Klarheit, in
der linken eine ausgeglichene Waage, als Symbol für innere Ausgeglichenheit. Der
purpurne Vorhang ist Symbol für spirituelle Weisheit, das Gelb auf der Karte
steht für geistige Kraft. Die Karte der Gerechtigkeit ist auch die Karte der
Verantwortung. Erkennen sie, dass sie die Verantwortung haben für alles, was in
ihrem Leben geschieht und noch geschehen soll. Zur Verantwortung gehören
Entscheidungen und damit sehen sie hier auch die Karte der Entscheidung. In
unserem Leben müssen wir uns täglich entscheiden. Meist tun wir das unbewusst
und manch einer möchte sich davor drücken. Aber da das Leben aus Entscheidungen
besteht kann man sich nicht drücken, notfalls wird ohne uns entschieden. Da
unsere Zukunft von den Handlungen, die wir jetzt durchführen, bestimmt wird, ist
es ratsam die Entscheidungen bewusst zu treffen. In der Erkenntnis, dass wir
durch unser heutiges Handeln unser Morgen bestimmen, liegt ein großartiges
Geschenk. Das Grau der Säulen und das Gleichgewicht der Waage zeigen, dass die
Gegensätze aufgehoben sind. Es wird nicht mehr geurteilt oder bewertet. Es wird
gesehen. Deshalb hat die Gerechtigkeit des Tarot auch, im Gegensatz zu unserer
Justitia, die Augen geöffnet. Alles was ihnen jetzt geschieht, hat seine Ursache
in der Vergangenheit. Diese Existenz ist gerecht, jeder erhält das, was er sich
verdient hat.
